Wer zu Ostern wieder eifrig Eier mit schönen Farben bemalen will, sollte sich eine unschöne Tatsache ins Bewusstsein rufen: Jedes Jahr werden allein in Deutschland 40 Millionen geschlüpfte männliche Hühnerküken bei lebendigem Leib zerschreddert. Weil sie keine Eier legen - und damit wertlos für den Eierproduzent sind. Tierrechtsorganisationen warben deshalb am 16. März mit Livemusik, Essen und Infoständen für ein veganes Osterfest.
"Gerade zu Ostern werden viele Kaninchen und Hasen verschenkt und
landen nach dem Fest im Tierheim. Der Konsum von Fleisch und Eiern ist
ebenfalls einer der typischen Brennpunkte", schreibt die Tierrechtsinitiative München, die auf dem Münchner Marienplatz mit Infoständen und einer Kochshow für ein "Veganes Ostern" warb: "Soll ein Osterfest nicht Freude machen statt Leid in der Tierwelt zu erzeugen und die Umwelt zu belasten?".
Vertreten waren auch Tierrechtsorganisationen wie Ärzte gegen Tierversuche, Animal Peace, Animal 2000 oder Sea Shepherd.
Schlange stehen für den Veggie Döner. Foto: StopMeat
Mit zahlreichen veganen Spezialitäten, von Grillwürsten, über Käse bis zu Capuccino konnte sich jeder Besucher davon überzeugen, dass für ein leckeres Essen keine tierischen Produkte nötig sind. Am Stand von Royal Kebaphaus-Chef Erbil Günar, dem Erfinder des veganen Döner, bildete sich eine beachtlich lange Schlange. Das Team kam kaum hinterher, den inzwischen berühmten Döner aus Seitan unter die Leute zu bringen.
Es sieht ganz danach aus, dass auch der konservative Durchschnittskonsument seine Scheu vor veganen Produkten verliert. Dass die rund 700 000 in Deutschland lebenden Veganer immer mehr in der Mitte der Gesellschaft ankommen ist auch Thema eines längeren Artikels in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel". "Mit ihrer neuen Gelassenheit sind die Veganer auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft ein gutes Stück vorangekommern", heißt es darin. Nach Angaben des Vegetarierbundes (Vebu) ist die Zahl der Vegetarier in Deutschland von 2009 bis heute von etwa 6,3 Millionen auf 6,9 Millionen gestiegen - wobei der Anteil der Veganer unter ihnen mittlerweile stärker wächst. Und mit jedem neuen Lebensmittelskandal werden es mehr.
Er singt gegen Rassismus, gegen Atomkraft, für die Gleichberechtigung - und immer wieder für eine tierleidfreie Ernährung. Der britische Reggaesänger und Veganer Macka B schafft es, das schwierige Thema Ernährung in groovige und lebensbejahende Songs zu verpacken - und widerlegt damit spielerisch jedes Klischee vom humorlosen und drögen Vegetarier.
Macka B (geboren als Christopher MacFarlane in England) beschäftigt sich in seinen sozialkritischen Liedern immer wieder mit dem Thema Ernährung. Auf Konzerten äußert er sich immer wieder kritisch zu Fastfood-Ernährung und den dazugehörigen Konzernen ("We don't want no Big Mack"). Als die BSE-Seuche wütete, schrieb er ein Lied über den Rinderwahnsinn, der sich von England aus verbreitete: "Mad Cow".
Der seit über dreißig Jahren tätige Musiker ist seit vielen Jahren überzeugter Veganer, und wer den lebensfrohen Sänger einmal live gesehen hat, weiß dass er sich bester Gesundheit erfreut. Vegetariern und Veganern wird von Fleischlobbyisten immer wieder nachgesagt, sie seien humorlos oder langweilig - der FC-Bayern Präsident und Wurstlobbyist Uli Hoeneß machte in einer Ansprache erst kürzlich Stimmung gegen Vegetarier: "Ich habe noch keinen Vegetarier, gesehen, der gelacht hat". Dabei passt der cholerische und altbackene Fußballfunktionär viel besser in dieses falsche Klischee als sämtliche Tierfreunde. Vielleicht sollte der Wurstfabrikant einfach einmal auf ein Macka-B-Konzert gehen, um sein krudes Weltbild gerade zu rücken.
Macka-B ließ sich von bekannten jamaikanischen Reggaekünstlern wie Burning Spear, Bob Marley, Peter Tosh und Count Ossie inspirieren. Der praktizierende Rastafari besuchte immer wieder Jamaica - die Insel, auf der nicht nur die Reggaemusik, sondern auch die vegetarische Ernährung (Ital Food) eine lange Tradition hat - um Musikalben aufzunehmen.
Zu einem regelrechten Kult-Song hat sich seine Veganer-Hymne "Wha me Eat" ("Was ich esse") entwickelt, die auf keinem seiner Konzerte fehlen darf. In diesem Lied beschreibt Macka B, wie er immer wieder komisch angesehen wird, wenn er sagt, dass er sich vegan ernährt. Denn die Leute wüssten einfach nicht, wie vielseitig eine vegane Ernährung sein kann. Dabei ist die Liste der Lebensmittel auf seiner Speisekarte beeindruckend lang, wie er in seinem Song beweist:
Macka B: "Wha Me Eat"
Macka B: "Wha me eat" ("Was ich esse", deutsche Übersetzung)
"Wir sind natürlich und vegan, wir essen von der Erde und lassen den Tieren ihr Leben. Kein totes Fleisch, kein Pelz, keine Federn. Wenn ich den Leuten erzähle, ich esse kein Fleisch, keinen Fisch oder Milchprodukte, sehen sie mich komisch an. Sie verstehen nicht, dass ich mich sehr abwechsungsreich ernähre. Sie fragen sich, was ich esse!
Wenn ich ihnen erzähle, ich esse weder Fisch noch Fleisch, fragen sie sich, was ich esse, wenn ich ihnen sage, dass ich Veganer bin.
Ich esse weder Fisch, noch Käse oder Eier. Nichts mit Füßen, Augen, Federn oder Kopf, nichts mit Lippen, Ohren, Zehen oder Beinen. Statdessen esse ich lieber Obst und Gemüse. Ich bin achtsam und wählerisch bei meiner Ernährung. Meine Medizin ist mein Essen, mein Essen ist meine Medizin.
Wenn ich den Leuten sage, dass ich diese Dinge nicht esse, sehen sie mich an, kratzen sich am Kinn und wundern sich. Was ich esse, sie fragen sich, was ich esse. Wenn ich ihnen sage, ich esse weder Fisch noch Fleisch, fragen sie sich was ich esse.
Wollt ihr hören was ich esse? Ich esse Callaloo, Ackee, Süßkartoffel, Jamswurzel. Banane, Tomaten, Kohl, Spinat, Avocado, Chayote, Bohnen., Reis, Kürbis, Mango, Guaven, Kichererbsen, Maniok, Rosenkohl und Blumenkohl, Zwiebel, Gurke, Pflaumen und Papaya, Aubergine, Linsen und Quinoa, Karotten, Tofu, Paprika, Brokkoli und Kokosnuss, Pfirsiche, Äpfel, Aprikosen, Grapefruit, Pistazien, Melone, Erbsen, Knoblauch, Kirschen, Erdbeeren ..." und so weiter...
"Wha Me Eat" Original Songtext (geschrieben in English and Patois, Übersetzungen in Klammern):
"Selamta (Greetings
in Amharic) Ital (natural) we Ital and Vegan we Vegan I and I (we) eat
from the earth and leave the animals to give birth No deaders (dead
flesh) No fur No feathers When I tell people I don't eat meat, fish or
dairy They look at me strangely They don't realise I eat a very wide
variety Listen to Macka.B Yo! Chorus x2 Wha me eat them a wonder wha me
eat When me tell them say me nu (don't) eat no fish nor no meat no Wha
me eat them a wonder wha me nyam (eat) When me tell them say that I'm a
vegan Verse1 Well me nu eat no meat no fish no cheese nor no egg Nothing
with no foot no eye no wing nor no head Nothing with no lip no ears no
toe nor no leg Prefer fruit and vegetables instead Me careful and me
choosy about what I'm eating My medicines my food my food is my medicine
When I tell people that me nu eat dem deh (those) things They look at me
and scratch their chin And start wondering Chorus Wha me eat them a
wonder wha me eat When me tell them say me nu eat no fish nor no meat no
Wha me eat them a wonder wha me nyam When me tell them say that I'm a
vegan Wha me eat them a wonder wha me eat When me tell them say me nu
eat no fish nor no meat no Wha me eat them a wonder wha me eat Dou you
want to hear wha me eat? Verse 2 I eat Callaloo, Ackee, Sweet Potato,
Yam, Banana and Tomato Cabbage, Spinach, Avocado, Cho Cho, Butter Beans
..."
Oder: Warum Peter Sloterdijk sein Leben ändern muss
"Wie die Hausfrau, die die Stube gescheuert hat, Sorge
trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht hereinkomme und das getane
Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstelle, also wachen die europäischen
Denker darüber, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen" Albert
Schweitzer ("Ehrfurcht vor den Tieren")
Von den Philosophen können sich die geschundenen
Tiere in unserer Gesellschaft wohl am wenigsten Rettung erhoffen. Die Zunft der
Denker schwadroniert zwar allzu gerne von Ethik und Moral, auch wenn es um das
Verhältnis zwischen Mensch und Tier geht; wenn es aber konkret wird, entpuppt
sich ihr Gerede leider viel zu oft als heiße Luft, entlarven sich ihre hehren
Gedanken als leere Worthülsen.
Foto: ulitie / pixelio.de
"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden
interpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern." Der berühmte Satz von
Karl Marx kommt mir unweigerlich in den Sinn, wenn ich an den Philosophen Peter
Sloterdijk denke. Insbesondere wenn man davon ausgeht, dass jede Veränderung
zunächst von einem selbst ausgehen
muss. Wie wollen wir Missstände anprangern, wenn wir selbst ein Teil davon
sind? "Wasser predigen und Wein
trinken" ist noch so eine bekannte Redewendung, die gut auf Sloterdijk
anwendbar ist - wobei es hier überhaupt nicht um alkoholische Getränke geht. In
diesem Fall müsste es heißen: "Tierrechte predigen und Fleisch essen."
Denn Sloterdijk ist ein durchaus profilierter Kopf in Sachen
Tier und Mensch. Als Schirmherr der "Albert Schweitzer Stiftung für unsere
Mitwelt" stellt sich der
Kulturwissenschaftler in die erste Reihe einer Bewegung, die sich die Förderung
der Tierrechte auf die Fahnen geschrieben hat.
Die Tierethik im weiteren Sinne hat eine lange Tradition in
der Ideengeschichte. Schon der berühmte antike Philosoph und Vorsokratiker
Pythagoras (etwa 582 - 496 v. Chr.) stellte die Frage: "Wer mit dem Messer
die Kehle eines Rindes durchtrennt und beim Brüllen der Angst taub bleibt, wer
kaltblütig das schreiende Böcklein abzuschlachten vermag und den Vogel
verspeist, dem er selbst das Futter gereicht hat - wie weit ist ein solcher
noch vom Verbrechen entfernt?".
Der Kosmopolit Plutarch (45 – 120 n. Chr.)
schreibt: "Könnt ihr wirklich die Frage stellen, aus welchem Grunde sich
Pythagoras des Fleischessens enthielt? Ich für meinen Teil frage mich, unter
welchen umständen und in welchem Geisteszustand es ein Mensch das erste Mal
über sich brachte, mit seinem Mund Blut zu berühren, seine Lippen zum Fleisch
eines Kadavers zu führen und seinen Tisch mit toten, verwesenden Körpern zu
zieren, und es sich dann erlaubt hat, die Teile, die kurz zuvor noch gebrüllt
und geschrieen, sich bewegt und gelebt haben, Nahrung zu nennen. (...) Um des
Fleisches willen rauben wir ihnen die Sonne, das Licht und die Lebensdauer, die
ihnen von Geburt an zustehen."
Der englische Philosoph und Begründer des
Utilitarismus, Jeremy Bentham (1748 – 1832), formulierte als einer der ersten
Befürworter von Tierrechten den entscheidenden Satz: "Die Frage hat für
die Menschheit nicht zu lauten: Können die Tiere denken? Sondern sie muss zu lauten:
Können die Tiere leiden?"
Als wichtigster Vertreter der zeitgenössischen
Tierrechtsbewegung ist wohl der australische Philosoph Peter Albert David
Singer zu nennen. In seinem 1975 verfassten Werk "Animal Liberation" (Die Befreiung der
Tiere), das zu einem Klassiker der Tierrechtsbewegung wurde, beschreibt er die Diskriminierung und Ausbeutung von Tieren durch den
Menschen aufgrund ihrer Spezieszugehörigkeit (Speziesismus). Singer wird als Mitbegründer der modernen
Tierethik angesehen.
"Er schaut sich alles an, auch die allerunangenehmsten
Sonderfälle, und lässt sich auf Dinge ein, an denen sich andere Leute
vorbeischummeln, um sich ein harmloseres Weltbild bewahren zu können", sagt
Sloterdijk über Singer in einem Interview mit der österreichischen Zeitung der
Standard. Auf die simple Frage, "sind Sie Vegetarier?" antwortet er: "Nein.
Aber wir schränken den Fleischkonsum ein wenig ein." Ein einfaches und ehrliches "Nein" hätte es auch getan. Den
Fleischkonsum "ein wenig einschränken" – das ist also die wegweisende Antwort
des großen Philosophen Sloterdijk auf die Tierrechtsfrage. Noch vor über zehn
Jahren prognostizierte er, dass die jüngeren Menschen in der Bevölkerung sich
gegen die Tiermisshandlungen der industriellen Fleischproduktion wenden würden.
Aber wie kann man Hoffnungen auf andere
richten, wenn man selbst nichteinmal dazu bereit ist, sein Leben entsprechend zu
ändern?
Ausgerechnet "Du musst dein Leben ändern" lautet eines
seiner Essays. Peter Sloterdijk, hiermit fordere ich dich auf: Fang bei dir
selbst an, ändere dein Leben! Dann kannst du auch Interviewfragen offen und
ehrlich beantworten. Für den Anfang: Ändere deine Ernährungsgewohnheiten, höre
damit auf, Tiere zu essen. Du musst es nur wollen – das ist der Weg vom Sollen zum Sein.
Verdrängungskünstler
Ähnlich inkonsequent wie Sloterdijk laviert sich der
Philosoph Robert Spaemann im Gespräch mit Richard David Precht durch die
Tierrechtsthematik. So hält er es zwar für "verwerflich und unmoralisch, Tieren
absichtlich Leid zuzufügen", im selben Atemzug aber hält er es für
gerechtfertigt, Tiere zu töten ("weil Tiere keine Biographie haben"). Genau
damit fügt er aber dem Tier vermeidbares Leid zu. Seine revolutionäre
Konsequenz aus dem Umstand der vorherrschenden grausamen Massentierhaltung: "Ich esse nicht mehr jede Form von Fleisch". Auf diesen Minimalkonsens könnte
sich wohl jeder Fleischesser einigen, denn wer isst schon "jede Form von
Fleisch". Dann wiederum meint er, Menschen dürften immerhin keine Primaten
töten. Weil die doch recht schlau seien. Es komme aber nicht auf die
Intelligenz, sondern auf die Leidensfähigkeit eines Lebewesens an, hält ihm
Precht entgegen. Da flüchtet sich
Spaemann in stumpfen Speziesismus: Allein die Tatsache Mensch zu sein, nicht
Vernunft oder Leidensfähigkeit, entscheide, ob ein Lebewesen getötet werden
darf oder nicht. Dann gibt er zu, dass jede Tötung mindestens einen
Augenblicksschmerz verursacht. Es bleibt letztlich bei einem vagen "es kommt
immer darauf an", so das erschreckend nichtssagende Fazit des Philosophen
Spaemann. Mal sagt er so, dann wieder so, Tiere töten ist irgendwie schlecht,
aber dann auch wieder irgendwie nicht, er biegt sich die Welt immer so zurecht,
wie es ihm gerade passt.
Precht bilanziert daraufhin: "Es ist unserer
Verdrängungskunst geschuldet, dass es nicht mehr Vegetarier gibt". Und weiter: "Das, was unter der Decke stattfindet, das Treiben in den Schlachthäusern ist eine
Grausamkeit, ein industrieller Tiertod unvorstellbaren Ausmaßes, viel brutaler
als in den Zeiten des Barock. Wenn wir das tagtäglich vor Augen geführt
bekommen, würden wir entweder wieder verrohen oder wir würden sofort sagen: Das
muss alles abgeschafft werden!" Es scheint, dass auch die Philosophen wahre
Meister in der Kunst des Verdrängens sind. Hauptsache der eigene alteingefahrene Lebensstil
wird nicht hinterfragt. Und selbst Precht gesteht, seine
Predigten nicht konsequent zu praktizieren: Denn "dann wäre man nicht nur
Vegetarier, sondern Veganer" - und das ist auch dem lederschuhtragenden
Moralisten zu anstrengend.
Die heutigen Mainstream-Philosophenscheinen unfähig,
brauchbare Antworten auf drängende Probleme unserer Zeit zu finden – zugunsten
der eigenen Bequemlichkeit. Von der Vorbildfunktion ganz zu schweigen. Bleibt
die Frage: Wofür brauchen wir sie eigentlich, die Philosophen?
Der Inder Ramajit Raghav ist im Alter von 96 Jahren zum zweiten Mal Vater geworden. Die 52-jährige Frau des Bauern aus Nordindien brachte im Oktober 2012 einen Sohn zur Welt. Seine rekordverdächtige Potenz begründet der Mann damit, dass er sich sein Leben lang vegetarisch ernährt und keinen Alkohol trinkt.
Ramajit Raghav mit Frau und Kind. Foto: Rex
Dass eine fleischfreie Ernährung nicht nur besser für Umwelt und Tiere, sondern auch gut für Gesundheit und Potenz ist, zeigt der Fall des 96-jährigen Rekordhalters aus Nordindien eindrucksvoll. Bereits zwei Jahre davor sei der Bauer aus der Nähe der Hauptstadt
Neu-Delhi weltweit ältester Vater eines Neugeborenen geworden. Auch damals brachte seine Frau einen gesunden Jungen zur Welt.
Und Ramahit Raghav hat einen zweiten Rekord gebrochen: Wie die Times of India berichtet, ist er nun auch der älteste Poster Boy der Tierrechtsorganisation Peta geworden. Peta stellt auf der Seite www.peta.xxx die Vorzüge von Gemüse für das Liebesleben
dar: So kurbelt etwa Spargel die Hormonproduktion an und die Karotte -
dank ihres hohen Gehalts an Vitamin A - die Spermienproduktion.
Der Times of India schilderte der jungebliebene Greis seinen Alltag so: "Ich stehe morgens um fünf
Uhr auf und gehe abends vor acht Uhr ins Bett. Tagsüber arbeite ich auf
dem Feld und halte ein bis zwei Stunden lang Mittagsschlaf."
Wie kein anderes Land der Welt ist Indien für seine vegetarischen Traditionen bekannt, nirgendwo gibt es mehr Vegetarier. Fleisch wird auf dem Subkontinent (noch) wesentlich weniger konsumiert, als in westlichen Gesellschaften. Während die indischen Muslime oftmals Fleisch essen, verzichten viele Hindus ganz darauf. Viele indische Schriften fordern das Prinzip der Gewaltlosigkeit gegenüber Tieren. Einen konsequenten Vegetarismus praktizieren die Anhänger des Jainismus, einzelne Richtungen des Hinduismus sowie manche Buddhisten. Die Sikhs lehnen den Konsum von Rindfleisch strikt ab. Pflanzenöle sind als Bratfette zudem verbreiteter als tierische Fette.
Lakto-vegetarisch ernähren sich die Yoga-Praktizierenden und die Vaishnavas, die Verherer Vishnus. Diese schreiben dem Konsum von toten Tieren schlechte Auswirkungen auf den Bewusstseinszustand und den Charakter des Menschen zu. Fleischhaltiges Essen wird demnach der Guna Tama zugeordnet, dem Eigenschaftstypus der Trägheit und Verwirrung. Fleischnahrung bringe schlechtes Karma und wird daher als Hindernis auf dem Weg zu Reinigung und Erlösung gesehen. Etwa 43 Prozent der religiösen Inder geben an, sich vegetarisch zu ernähren. Bei den nicht-religiösen Hindus liegt der Anteil nur bei 28 Prozent.
Wie in wohl keinem anderen Land der Welt gibt es in Indien sogar vegetarische McDonalds-Filialen. Die Zukunft des weitverbreiteten Vegetarismus in Indien ist allerdings gefährdet. Für die rasch wachsende indische Mittelschicht wird Fleischkonsum immer wichtiger - als Statussymbol, weil viele armen Inder sich Fleisch gar nicht leisten können.
Für die Rechte der Tiere haben Tierbefreiungsaktivisten am 03.11.2012 in München demonstriert. Die Demonstranten hielten vor einigen Tierausbeutungsstätten an und machten dort auf die problematische Situation der Tiere aufmerksam. Sie stießen auf überwiegend verständnislose Münchner in teuren Pelzmänteln. Die bayerische Landeshauptstadt machte ihrem Ruf als borniertes und blasiertes Provinznest wieder einmal alle Ehre.
Leben, Freiheit, Unversehrtheit. Foto: StopMeat
München hat rund 1,4 Millionen Einwohner. Zehn davon engagieren sich aktiv für die Rechte der Tiere - das zumindest war die Zahl der Teilnehmer, die am dritten November durch München zogen, um bei strahlendem Sonnenschein gegen die Ausbeutung der Tiere zu demonstrieren. Am Wetter kann die geringe Beteiligung also nicht gelegen haben.
Die NoLogo-Demo startete um 12 Uhr am Max-Joseph-Platz in der Nähe des Marienplatzes. Unter "NoLogo" wird verstanden: Keine Organisationslogos auf der Demo, Flyer und Transparente sind selbstgemalt und ohne Logo. Die Demonstranten machten Station an verschiedenen Stätten der Tierausbeutung wie Metzgereien auf dem Viktualienmarkt, Pelz- und Ledergeschäften, Vivisektionslaboren und einem Schlachthof.
Demonstranten vor Ludwig Beck. Foto: StopMeat
"Sie haben gelebt, geatmet wie wir, Fleisch ist ein Stück ermordetes Tier" skandierten sie: "Ob Pelz oder Leder - Mord bleibt Mord. Pelze raus aus den Regalen", forderten sie vor dem Kaufhaus Ludwig Beck am Marienplatz. Begleitet wurden die zehn Demonstranten auf ihrem Zug von ebenso vielen Polizisten und zwei Polizeiautos. Viele Passanten schüttelten verständnislos den Kopf: "So a Aufwand für de Paar Hanseln", meinte eine alte Münchnerin. Weiter gings zu Mc Donalds im Tal: "Mc Burger, Big Mac - Mc Donalds muss weg!" forderten die Demonstranten vor den Augen der überraschten Fast-Food-Fans: "Die Regenwälder werden abgeholzt, weil wir ein Übermaß an Fleischkonsum haben", erklärte eine Demonstrantin. Menschen und Tiere hätten elementare Interessen wie das Vermeiden von Leid: "Tiere sind Gefangene in einem ausbeuterischen Herrschaftsverhältnis", damit müsse Schluss sein. Für die Grundrechte der Tiere Leben, Freiheit und Unversehrtheit sei eine vegane Ernährung unerlässlich. Angesichts der Bilder gequälter Tiere in Schlachtfabriken, die ihnen die Demonstranten vorhielten, verging einigen Burgerfans dann doch der Appetit. Langsam leerten sich die Tische vor dem Fast-Food-Haus - immerhin ein Teilerfolg.
"KFC, auch du bist schuld!" Foto: StopMeat
"Schluss mit dem Profit auf Kosten der Tiere", forderten die Demonstranten auch vor dem Burger King, gleich neben McDonalds. "Dann muss ja jeder Metzger weg", bemerkte ein Passant. Recht hat er, genau so ist es. Auch Kentucky Fried Chicken (KFC) - ebenfalls im Münchner Tal - bekam sein Fett weg: "50 Millionen Küken werden allein in Deutschland an ihrem ersten Lebenstag vergast und geschreddert, weil sie sich für die Mastproduktion nicht eignen", klärten die Aktivisten die Konsumenten auf: "KFC, auch du bist Schuld". "Die Demonstranten tun doch niemandem etwas, da muss man doch nicht die Polizei hinterherschicken", meinte eine Frau. Das mag sein, aber wer weiß, ob nicht der eine oder andere aufgebrachte Fleischfresser auf die Demonstranten losgegangen wäre... Fleisch macht ja bekanntlich aggressiv.
Vor der Schrannenhalle wurde gegen den ach so feinen "Feinkost"-Käfer demonstriert, der Stopfleber als "Delikatesse" unters Volk bringt. Käfer steht auf Platz 1 der skrupellosesten Stopfleberverkäufer in Deutschland. Sowohl im Online-Shop als auch im Restaurant ("Käfer Schänke") wird das widerwärtige Produkt verkauft. Für Stopfleber, auch Foie gras genannt (französisch für "fette Leber"), werden Gänse oder Enten in den letzten 20 bis 30 Tagen ihres Lebens zwangsernährt. Dabei wird ihnen drei bis vier mal pro Tag mit einem Rohr ein Brei aus Mais und Schweineschmalz in den Magen gepumpt. Das führt dazu, dass die Lebern statt der üblichen 300 Gramm 1000 bis 2000 Gramm zum Tötungszeitpunkt wiegen.
Es sind drängende und wichtige Themen, auf die die Demonstranten aufmerksam machen. Warum aber war die Resonanz nur so gering? Vielleicht lag es daran, dass die Demonstranten "Personen mit antiemanzipatorischem Gedankengut" auf der Demo für unerwünscht erklärt hatten. Vielleicht wollen einige Organisationen auch nur mitmachen, wenn sie mit einem Logo Werbung für ihren Verein machen können. Dabei sollte es in der Tierrechtsbewegung niemals um die Interessen einzelner Organisationen, sondern um die Interessen der Tiere gehen - dazu müssen wir alle an einem Strang ziehen und sollten niemanden im Vorneherein ausschließen oder verschrecken.
Die jedes Jahr in München stattfindende "Wiesn" ist ein Fest der Superlative: Rund 3,6 Millionen Besucher aus aller Welt kamen bis zur Halbzeit dieses Jahr auf die Theresienwiese und tranken ebenso viele Maß Bier. Der Maßlosigkeit fallen aber nicht nur die alljährlichen "Bierleichen" zum Opfer, sondern auch mehr als 500.000 Hähnchen, über 100 Ochsen und unzählige weitere Tiere, die für das größte "Fest" der Welt gequält und getötet werden. Ein breites Bündnis von Tierrechtlern hat am 29. September 2012 seinen Unmut und Widerstand gegen diese Form des "Feierns" am Münchner Marienplatz deutlich gemacht.
Der Termin war gut gewählt: Der Marienplatz war trotz schlechten Wetters übervoll mit Oktoberfest-Besuchern aus aller Welt. Unter dem Motto "Wiesn Meat Out" haben sich erstmals mehrere Tierrechtsorganisationen zusammengeschlossen, um den Fleischessern die Augen zu öffnen. Auch der eingefleischteste Wiesn-Fan konnte die zahlreichen Stände nicht ignorieren. Viele blieben stehen, zeigten sich interessiert und teilweise auch schockiert angesichts der unbequemen Wahrheiten über die Fleischindustrie, die sie dort aufgetischt bekamen.
Animal Peace war mit zahlreichen Mitgliedern vertreten und informierte ausführlich über die Geschöpfe, die zu Steak, Schnitzel, Wurst etc. verarbeitet werden. So konnte man beispielsweise erfahren, dass ein Rind eine natürliche Lebenserwartung von 30 Jahren hat, ein Huhn 10 Jahre und ein Schwein 15 Jahre alt werden kann. In der Fleischindustrie werden Rinder aber schon mit einem Jahr, Schweine mit 6 Monaten und Hühner nach 40 Lebenstagen geschlachtet: "Menschen essen Kinder!". Auch Vorsitzende Silke Ruthenberg, Autorin des Buches "Die Gefühle und Gedanken der Tiere", stand den Anwesenden Rede und Antwort. Sie informierte über die vielfältigen veganen Ernährungsmöglichkeiten. Gefragt, was sie Menschen sage, die aus traditionellen Gründen nicht auf Fleisch verzichten wollen, antwortete sie: "Schlechte Traditionen muss man abschaffen, die guten muss man erhalten."
Stand von Animal Peace. Foto: StopMeat
Animal 2000, Landesband gegen Tierversuche, Intensivtierhaltung und sonstige Formen der Tierausbeutung, zeigte ebenfalls Präsenz mit einem eigenen Stand. Das Motto: "...denn Mitleid ist zu wenig". Der Verein informierte mit zahlreichen Broschüren über die Marter der Rinder ("Die meisten stehen im Stall - ohne Einstreu, auf Betonboden und oft angebunden an einer etwa 1 Meter kurzen Kette"), über das Leid der Schweine die verstümmet werden, "um sie der extremen Intensivhaltung anzupassen", oder das trostlose Dasein von Masthähnchen, Truthühnern, Enten und Gänsen. Auf einem Plakat mit einem Schwein ist zu lesen: "Mein Fleisch gehört mir! Falls Ihr trotzdem Fleisch essen wollt, beißt euch doch in den eigenen Arsch!"
"Mein Fleisch gehört mir!" Stand von Animal 2000. Foto: StopMeat
Sea Shepherd Conservation Society war auch mit einem Stand vertreten. Die 1977 gegründete internationale gemeinnützige Organisation widmet sich dem Schutz der maritimen Tierwelt: "Unsere Mission ist es, die Zerstörung der Lebensräume und das Abschlachten der Tiere in den Weltmeeren zu beenden, um die Ökosysteme und Spezies nachhaltig zu schützen und zu erhalten." Seit Beginn des Walfangverbots 1986 setzt sich die Organisation beispielsweise aktiv für den Schutz der Wale ein und rettete bereits mehr als 3.600 Walen das Leben.
Stand von Sea Shepherd Deutschland. Foto: StopMeat
Animals United, eine Gruppe junger Menschen, die sich aktiv für die Rechte der Tiere einsetzen, war ebenfalls mit einem eigenen Stand vertreten. Der Tierschutzverein besteht seit 2005 und ist seit 2011 ein gemeinnützig anerkannter eingetragener Verein: "Durch Teilnahme an friedlichen Demonstrationen versuchen wir die Menschen über das immer noch weit verbreitete Leid viele Tiere aufzuklären und aufzuzeigen, wie jeder in seinem Alltag mit seinem Handeln Tieren helfen kann." Der Verein setzt sich beispielsweise für einen "Veggietag" ein. Der fleischfreie Tag soll ein Zeichn für Klimaschutz, bewusstere Ernährung und nachhaltige Esskultur ohne Tierleid setzen. An der gestartete Initiative "Veggietag für München" beteiligen sich Kantinen, Mensen und andere städtische Einrichtungen. Auch Restaurants können Teilnehmen. "Man kann Traditionen und Feiern auch ohne Tierleid erleben", sagt Mitinitiatorin Julia Mandoki.
Stand von Animals United. Foto: StopMeat
Auch die Tierschutzpartei Mensch, Umwelt, Tierschutz zeigte mit einem eigenen Stand Präsenz. Die Partei sammelt Unterschriften um auch in den Parlamenten aktiv mitwirken zu können: "Wir treten für einen konsequenten Umwelt- und
Tierschutz ein, nicht zuletzt,
weil konsequenter Umwelt- und Tierschutz auch der beste
Menschenschutz ist. Unsere Partei ist deshalb so außerordentlich
wichtig, weil keine der etablierten Parteien bisher den Mut
und die Einsicht gezeigt hat, alle heutigen Probleme in ihren
ursächlichen Zusammenhängen zu verdeutlichen."
Stand der Tierschutzpartei. Foto: StopMeat
Das Oktoberfest stehe als Sinnbild für das "unreflektierte Konsumverhalten in unserer Gesellschaft", kommentierte die Tierrechstinitiative München, die ebenfalls zur Demo aufgerufen hatte: "Geh mit uns auf die Straße um den Opfern dieses Wahnsinns eine Stimme zu geben."
Und was sagen die Wiesn-Wirte? "Fleisch ist mein Gemüse. Ich komme aus einer Metzgerfamilie und mein
Vater hat schon immer gesagt: Bua, Fleisch ist das beste Gemüse", sagt Wiesn-Wirte Sprecher Toni Roiderer und ergänzt: "Ich
mische mich ja auch nicht ein, wenn die Vegetarier dem Vieh das Futter
wegessen." Bei so viel geballter Dummheit und Ignoranz fehlen einem einfach die Worte...
250 Millionen Tonnen Fleisch verzehrt die
Menschheit jährlich. 250 Millionen Tonnen Leid. Tendenz: steigend – mit
drastischen Folgen für die Umwelt. Aber es steigt auch die Zahl der Stimmen,
die es satt haben, sich an diesem Verbrechen zu beteiligen. Der Dokumentarfilm
„Akte Fleisch“ befasst sich mit den globalen Auswirkungen einer mörderischen
Industrie und lässt Ärzte, Wissenschaftler und Ernährungsexperten zu Wort
kommen. Auch Metzger und Schlächter erzählen von ihrem blutigen Alltag.
"Das Fleisch, das wir essen, ist ein zwei bis
fünf Tage alter Leichnam" (Volker Elis Pilgrim, Schriftsteller).
Gerd Altmann / pixelio.de
Fleisch und Gesundheit
1950 lag der Fleischverbrauch pro Kopf in Europa noch bei 26 Kilogramm, 2012 liegt er bei über 60 Kilogramm.
Dieser Anstieg ist nicht folgenlos für die Gesundheit der Konsumenten. Dr.
Annemarie Groß vom Internationalen Institut für Ernähurungsheilkunde erklärt,
dass Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Gicht,
Gelenkerkrankungen und Tumorerkrankungen mit dem Fleischkonsum zunehmen.
"Wissenschaftlich längst
widerlegt" sei, dass Fleisch für die menschliche Gesundheit notwendig ist,
sagt Doktor Hans-Günther Kugler, Experte für Mikronährstoffmedizin. Das Schlaganfallrisiko bei Frauen korreliere mit
dem Fleischkonsum. Wohlstandskrankheiten verursachen rund 30 Prozent aller
Ausgaben im Gesundheitssystem. Tendenz steigend. 1,7 Milliarden
Übergewichtige gibt es nach Schätzungen
der Weltgesundheitsorganisation WHO. Übergewicht ist die Hauptursache für
Diabetes. Prof. Dr Claus Leitzmann vom
Institut für Ernährungswissenschaften in Gießen ergänzt: "Cholesterin
findet sich nur in tierischen Lebensmitteln., auch gesättigte Fettsäuren
überwiegend in tierischen Lebensmitteln, ebenso Purine, die zur Gicht führen
können.“
Auch das Risiko für Darmkrebs
und Magenkrebs steigt. Argentinien und Uruguay, die beiden Länder mit dem
meisten Rindfleischkonsum, verzeichnen die höchste Rate an Brust- und Darmkrebs.
Fleisch kann auch die Gedächtnisleistung negativ beeinflussen. Es gebe Hinweise
für einen Zusammenhang mit Alzeimer, sagt Kugler. Die Aussage "Fleisch ist ein
Stück Lebenskraft" ist "fahrlässig, wenn nicht absurd",
resümiert Kugler.
Fleisch und Hunger
Jährlich werden unvorstellbare
250 Millionen Tonnen Fleisch verbraucht, 2050 sollen es sogar nochmal doppelt
soviel sein, laut einer Prognose der Welternährungsorganisation FAO. Das hat
drastische Folgen für Umwelt, Klima, Tiere - und Menschen. Rund ein Drittel der
weltweiten Getreideernte wird als Tierfutter verwender. "Ohne den Umweg über den Tiermagen könnten mit der gleichen Menge Soja und Getreide rund zehnmal so
viele Menschen satt werden", heißt es in dem Film. Zudem trage die
Nutztierhaltung in großem Umfang zur Abholzung des Regenwaldes bei: 70 Prozent
der abgeholzten Regenwaldfläche in Lateinamerika ist in Weidefläche umgewandelt
worden.
Für die Herstellung von nur
einem Kilo Fleisch werden bis zu 20.000 Liter Wasser verbraucht und 50
Quadratmeter Regenwald zerstört., die Umweltbelastung entspricht einer
Autofahrt von etwa 259 Kilometern. Skandalös, dass angesichts dieser Fakten die
Fleischproduktion über verschiedene Subventionen auch noch zusätzlich politisch
unterstützt wird. Es ist eine Irrlehre, Fleisch sei ein Grundnahrungsmittel.
Nicht zuletzt deshalb fordert unter anderem die Welternährungsorganisation FAO
die Einführung einer Fleischsteuer in ihrem Jahresbericht 2009: „Das ist ein
möglicher Weg um sicherzustellen, dass Produzenten, deren Tätigkeiten zu
Umweltschäden führen, auch für diese Schäden gerade stehen müssen“. Indess
schreitet der Klimawandel weiter voran. „Der blaue Planet wird durch die
Fleischproduktion zerstört – das ist wissenschaftlich belegt und wir müssen
davon abkommen“, resümiert Dr. Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater der
Tierrechtsorganisation Peta.
Fleisch und Tierleid
98 Prozent der angebotenen
Fleischprodukte stammen aus konventioneller Massentierhaltung – also auch die
Produkte vom „Metzger nebenan“. BUND-Chef Hubert Weigert fordert deshalb,
dieHaltungsbedingungen zur
Abschreckung auf den Etiketten der Fleischprodukte abzubilden. Schweine gelten
als ebenso intelligent wie ein dreijähriges Menschenkind. Sie weinen, empfinden
Trauer und Angst. Das gilt für Bio-Schweine genauso, wie für alle anderen. Das
Schreien der Tiere, die einen mit großen Augen angucken, die Tränen der Kälber,
wie hält man das aus? Der ehemalige Schlachter Hubert Liebertz bestätigt, was jeder
ahnt: „Wenn man den Beruf eine gewisse Zeit lang macht, stumpft man einfach nur
ab“. Die meisten seiner Kollegen seien irgendwann zu Alkoholikern geworden. Er
selbst konnte irgendwann nicht mehr. Als er ein weinendes Kalb sah, hängte
seinen Berufan den Nagel und wurde zum
Vegetarier. Es ist die Banalität des Bösen, die ein anderer Metzger,
angesprochen auf seine Tätigkeit, ausspricht: „Der Tod im Lebensmittelbereich
gehört mit zum Leben. Wir produzieren hochwertigste Lebensmittel für den
Verbraucher. Insofern ist das Thema Blut für mich zum Prozess gehörig.“ Ein
anderer Schlachter spricht die ganze Verlogenheit der verbrecherischen
Fleischindustrie in einem einzigen entlarvenden Satz aus: „Wir wollen Menschen
nicht an die Tötung eines Tieres heranführen. Da würden wir Befindlichkeiten
wecken, die wir nicht wecken wollen.“ „Wären Schlachthäuser aus Glas, wäre jeder
Vegetarier“, hatte der Vegetarier Paul McCartney einmal gesagt. Das ist wohl
nur eine Wunschvorstellung. Man kann aber davon ausgehen, dass die Mehrheit der
Bevölkerung keine Tiere mehr essen würde, wenn die Tötungsstätten der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden. Tiere werden nur noch als
Produktionsmittel und nicht mehr als Lebewesen gesehen. Massentierhaltung
gehört zu den schlimmsten Verbrechen der Menschheit. Es ist höchste Zeit, die
Menschheit damit zu konfrontieren.